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Pädagogisches Profil

1. Individuelle Förderung

Lernen ist ein sehr individueller Prozess. Aus diesen Gründen werden wir am Gymnasium Nackenheim in unserem Unterricht die jeweiligen Lernvoraussetzungen berücksichtigen.

Wir unterscheiden zwei Arten der Förderung:

  • Begabtenförderung, d.h. Talente und Begabungen werden entdeckt und/oder weiterentwickelt. Dies wird durch erweitertes Lernen in Arbeitsgemeinschaften, Teilnahme an Wettbewerben, Zusammenarbeit mit Hochschule und Wirtschaft erreicht.

 

  • Unterstützende Förderung, d.h. schulische Leistungen werden stabilisiert. In den Lernzeiten können Schülerinnen und Schüler gezielt gefördert werden. Die Lehrkräfte erstellen bei Bedarf individuelle Förderpläne. In den Lernzeiten begleiten die Lehrkräfte die Umsetzung der Förderpläne.

Auf längere Sicht werden aus der Schulgemeinschaft qualifizierte Schülerinnen und Schüler als Schülercoach in unser Förderkonzept miteingebunden.

 

Leitgedanke aller didaktischen Arbeit ist die Anleitung zum eigenverantwortlichen Lernen. Besonders wichtig sind für uns die Sprach- und Lesekompetenz, die mathematischen und sozialen Lernkompetenzen sowie ein systematisches Methodentraining in Unter-, Mittel- und Oberstufe. Bereits in der Orientierungsstufe erlernen die Schülerinnen und Schüler den sinnvollen Umgang mit dem PC und dem Internet.

Der Übergang von der Grundschule in die Orientierungsstufe ist eine Gelenkstelle, deshalb werden wir einen intensiven Kontakt mit den Grundschulen unseres Einzugsbereiches aufbauen. Wir wollen uns mit den Grundschulen über die methodischen, sozialen und fachlichen Kompetenzen verständigen, auf die unser Gymnasium aufbauen kann. Gleichzeitig wollen wir unseren Schülerinnen und Schülern einen „sanften Übergang" von der Grundschule zum Gymnasium Nackenheim ermöglichen, indem wir geeignete Regeln, Rituale und Methoden der Grundschule übernehmen.

Eine weitere Gelenkstelle besteht zwischen der Sekundarstufe II und der Hochschule. Auch hier können wir durch eine intensive Zusammenarbeit mit den Hochschulen und Fachhochschulen den Übergang wesentlich erleichtern.

 

2. Naturwissenschaften 

In Deutschland fehlt es in vielen Bereichen an Naturwissenschaftlern und Ingenieuren. Das deutsche Bildungssystem muss mehr mathematisch-naturwissenschaftliche Fachkräfte hervorbringen. Deshalb legt das Gymnasium Nackenheim einen Schwerpunkt auf Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

In diesen Bereichen werden unsere Schülerinnen und Schüler gefördert und zu besonderen Leistungen angespornt, um bessere Chancen in Studium und Beruf zu erhalten.

 

An unserer Schule bedeutet das vom ersten Schultag an:

  • Integrierter naturwissenschaftlicher Unterricht in den Klassenstufen 5 und 6 gemäß Stundentafel

 

  • Förderung der Jugendlichen durch Teilnahme am Wettbewerb „Schüler experimentieren"

 

  • Einführung eines schulinternen Mathematik-Wettbewerbes als Vorbereitung für landes- und bundesweite Wettbewerbe

 

  •  Anleitung zum selbstständigen Arbeiten durch umfangreiches Freiarbeitsmaterial (Mathematik, naturwissenschaftlicher Unterricht)

 

  • Der Unterricht im Fach Naturwissenschaft wird durch handlungsorientiertes Lernen interessanter gestaltet.

 

  • Durch eine herausragende Grundausstattung unserer naturwissenschaftlichen Fachräume schaffen wir eine sehr gute Experimentalkultur. Dabei wird der naturwissenschaftliche Unterricht kontextorientiert sein und Fragen aus der Erlebniswelt der Schülerinnen und Schüler berücksichtigen.

 

  • Die Kooperation von Schule, Hochschule und Wirtschaft ist für einen zeitgemäßen und entwicklungsoffenen Unterricht sehr wichtig. Eine Zusammenarbeit mit dem Schülerlabor der Universität Mainz wird angestrebt.

 

  • Das Gymnasium Nackenheim wird mit lokalen und regionalen Einrichtungen eng zusammenarbeiten, die sich mit naturwissenschaftlichen Themen befassen, damit die Jugendlichen das Erlernte in eine sinnvolle Beziehung zu ihrem eigenen Leben setzen können.

Naturwissenschaftlicher Unterricht an außerschulischen Lernorten (z.B. das Nackenheimer Naturschutzgebiet Kisselwörth)  in Form von Projekten, Recherchen oder Praxistagen wird Bestandteil von organisierten Lernprozessen sein. Hier werden Schülerinnen und Schüler lebenspraktische und fachliche Kompetenzen erwerben.

Für die nächsten Jahre sind unsere Vorhaben:

  • Einführung eines Wahlpflichtfaches Naturwissenschaft und Technik in der 8. Klasse

 

  • Teilnahme an ausgewählten Wettbewerben wie „Jugend forscht", „Mathematik ohne Grenzen"

 

  • Fachübergreifender Unterricht in den Naturwissenschaften

 

  • Einsatz englischsprachiger Lehrwerke im deutschsprachigen naturwissenschaftlichen Unterricht der Sekundarstufe II

 

  • Förderung der Zusammenarbeit mit der Industrie durch spezielle naturwissenschaftlich orientierte Praktika und Betriebsbesichtigungen

 

  • Vorträge aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft im naturwissenschaftlichen Bereich

 

  • Erziehung zu einem respektvollen Umgang mit der Natur u.a. durch die Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der nahegelegenen Naturschutzgebiete und die Pflege der eigenen Schule

 

3. Demokratie leben und soziales Lernen

Wir sehen Schule als Chance an, alle Kinder und Jugendlichen zu erreichen und für die Demokratie zu gewinnen. Dabei geht es vor allem darum, die Bereitschaft junger Menschen zur aktiven Mitwirkung an unserer Gesellschaft zu fördern.

Zwei Hauptziele sind dabei:

  • Förderung der demokratischen Handlungskompetenz
  • Entwicklung einer demokratischen Schulkultur

 

An unserer Schule bedeutet das konkret:

  • Die Schülerinnen und Schüler bilden einen Klassenrat, in dem Regeln für die Arbeit und den Umgang miteinander festgelegt, zwischenmenschliche Probleme thematisiert und Lösungen gemeinsam erarbeitet werden. Diese Themen werden in der Klassenleiterstunde behandelt.

 

  • Im Rahmen des GTS-Angebots werden die Schülerinnen und Schüler sich verstärkt mit Themen die Gesellschaft betreffend auseinandersetzen. Zur Einführung in die Praxis demokratischer Lebensführung sollen die Schülerinnen und Schüler die politischen Prozesse auf kommunaler Ebene kennen lernen. Ziel ist es, dass sie ein demokratisches Grundverständnis erlangen.

 

  • Um den Schülerinnen und Schülern soziales Lernen in der Praxis zu ermöglichen, findet in der Sekundarstufe I ein Sozialpraktikum statt. Dabei wird die Zusammenarbeit mit kommunalen Sozialeinrichtungen angestrebt.

 

  • Das Berufspraktikum, das auch im Ausland abgeleistet werden kann, wird den Schülerinnen und Schülern  eine berufliche Orientierung in der Sekundarstufe II ermöglichen.

 

  • Der Aufbau einer Schülervertretung, die Verantwortung übernimmt und die Interessen der Schülerinnen und Schüler im demokratischen Lebensraum „Schule" vertritt, ist ein zentrales Ziel.

 

  • Eine gute Lernatmosphäre ist nur gegeben, wenn sich alle mit ihrer Schule identifizieren können, indem sie sie aktiv mitgestalten.Die Basis hierfür ist die enge Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, Eltern, Schülerinnen und Schülern, z.B. im Hinblick auf die Erarbeitung der Hausordnung, die Gestaltung der Ganztagsangebote und themenbezogene Elternabende. Ferner wird in den kommenden Jahren ein Schulparlament entstehen, in dem Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte gemeinsam über die Gestaltung ihrer Schule entscheiden.

 

  • Um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, findet schon in der Klassenstufe 5 eine Klassenfahrt statt.

 

4. Fremdsprachen

Sprachenfolge

Am Gymnasium Nackenheim spielen die Fremdsprachen eine bedeutende Rolle. Dabei wird Englisch als Lingua franca die zentrale Fremdsprache sein und in der Jahrgangsstufe 5 als erste Fremdsprache unterrichtet.

Die zweite Fremdsprache setzt in der sechsten Klasse ein. Hier können die Schülerinnen und Schüler zwischen Latein und Französisch wählen.

Sprachlich besonders begabte Schülerinnen und Schüler können in Klasse 8 die dritte Fremdsprache im Rahmen der Angebote im Wahlpflichtfachbereich wählen: z.B. Latein oder Französisch, aber auch Spanisch, Italienisch oder Chinesisch sind denkbar. 

 

Bilinguale Unterrichtseinheiten im Fachunterricht

Für die Schülerinnen und Schüler ist heute eine fundierte Studien- und Berufswahl ohne die modernen Sprachen kaum mehr denkbar. Ein naturwissenschaftliches und zunehmend auch gesellschaftswissenschaftliches Studium setzt die sichere Beherrschung von Fremdsprachen voraus. Ziel des Gymnasiums Nackenheim ist es, die beiden Schwerpunkte Naturwissenschaften und moderne Fremdsprachen durch bilinguale (englische) Unterrichtseinheiten in den naturwissenschaftlichen Fächern (beginnend in der Sekundarstufe I)  zu verbinden. So erhalten Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, für Studium und Berufsleben wichtige Erfahrungen im Hinblick auf 'Fremdsprachen als Arbeitssprachen' in fachlichen Zusammenhängen zu sammeln. In der Sekundarstufe II werden diese englischsprachigen Unterrichtseinheiten im naturwissenschaftlichen Unterricht weitergeführt. Zusätzlich führen die Fächer Physik und Chemie englischsprachige Lehrbücher ein.

 

Methoden und Ziele

Der Fremdsprachenunterricht orientiert sich an den Bildungsstandards, die für die modernen Fremdsprachen entwickelt wurden, sowie am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen des Europarats.

Ziel ist es, dass Schülerinnen und Schüler lernen, eine moderne Fremdsprache zu verstehen und sich in dieser differenziert auszudrücken. Außerdem sollen sie die Bereitschaft entwickeln, Menschen aus anderen Sprach- und Kulturgemeinschaften zu akzeptieren und zu respektieren.

Vor allem lernen die Schülerinnen und Schüler Strategien und Techniken, mit deren Hilfe sie fremde Sprachen selbstständig lernen können. Dazu gehören  Teamfähigkeit, partnerschaftliche Arbeitsformen wie auch die individuelle Reflexion über Lernprozesse und -fortschritte, etwa durch Nutzen des Europäischen Portfolios der Sprachen.

 

Ergänzende Angebote zum Fremdsprachenunterricht :

  • Studienfahrten für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe
  • authentische Kontakte der Schülerinnen und Schüler ins Ausland 
  • Unterstützung durch  Fremdsprachenassistenten 
  • Arbeitsgemeinschaften: eine weitere Fremdsprache erlernen oder an einer bilingualen AG (z.B. Theater, Sport) teilnehmen
  • Schulpartnerschaften und Austauschfahrten
  • Vermittlung von Betriebspraktika im Ausland
  • Teilnahme an Wettbewerben

 

5. Ganztagsschule

Rhythmisierung

Fachunterricht sowie gebundene und freie Lernzeiten  sind in der verpflichtenden Ganztagsschule ab Klasse 7 über den ganzen Tag verteilt. Die gebundenen Lernzeiten (Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen, Naturwissenschaften) werden  von Fachlehrern betreut und die Schülerinnen und Schüler bearbeiten Inhalte der jeweiligen Fächer. In den freien Lernzeiten steht das eigenverantwortliche Arbeiten (EVA) im Vordergrund. Lernzeiten können  somit für gezielte Förderung und AG-Angebote genutzt werden.

Insgesamt ist darauf zu achten, dass ein sinnvoller Wechsel von Unterricht und Lernzeit sowie Spannung und Entspannung erreicht wird. Aus diesem Grund kommt den beiden Pausen am Vormittag und der Mittagspause eine besondere Bedeutung zu.

In der Mittagspause sollte sowohl Zeit für das Mittagessen sein, als auch Zeit und Raum für Spiel- und Entspannungsphasen. Ebenso muss dem Wunsch der Schülerinnen und Schüler nach individuellen Rückzugsmöglichkeiten  angemessen  Rechnung getragen  werden. Dies erfordert ein betreutes Angebot von außerschulischen Kräften, die z. B. Entspannungsübungen anleiten können oder Bewegungsangebote im Freien begleiten.

 

Lernzeiten

Im Gymnasium Nackenheim werden Lernzeiten in unterschiedlicher Art genutzt:

Lernzeiten werden zum Teil an Hauptfächer gebunden und mindestens einmal pro Woche von einem Hauptfachlehrer geleitet. Das gleiche gilt für das Fach Naturwissenschaften bzw. für die naturwissenschaftlichen Fächer. In diesen Stunden können Hausaufgaben bearbeitet werden und durch Zusatzangebote leistungsschwache und leistungsstarke Kinder individuell gefördert werden. Hier kann auch Unterrichtsstoff wiederholt und nochmals geklärt werden („gebundene Lernzeit").

In anderen Lernzeiten können die Klassen in Gruppen getrennt und in Differenzierungsräumen individuell gefördert werden. Hier können ebenfalls unterstützende Förderung und Begabtenförderung vorgenommen werden („freie Lernzeit").

In der Mittagspause werden den Schülerinnen und Schülern Entspannungs-, Spiel- und Sportmöglichkeiten angeboten. Sie können sich auch zurückziehen, lesen, in Gruppen diskutieren, Musik hören und vieles mehr.

Schriftliche Übungsarbeiten und Vertiefungsaufgaben („Hausaufgaben") werden in den Lernzeiten erledigt - davon ausgenommen sind Referate u. ä.

 

PES und Vertretungskonzept

Um Ganztagschule und ein adäquates Vertretungskonzept organisieren zu können, ist die Teilnahme am „Projekt Erweiterte Selbständigkeit" (PES) verpflichtend. Wir werden am Anfang ein sehr kleines Kollegium sein, das Krankheitsfälle durch Vertretungen des eigenen Kollegiums nicht abdecken kann.  Darüber hinaus werden sich die Mitglieder des neuen Kollegiums fortbilden, um den gesetzten Schwerpunkten unserer Schule und G8 GTS gerecht werden zu können.

 

6. Zusammenarbeit mit Eltern

 

Wir legen sehr viel Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern. So wollen wir z. B. mit Eltern eine Hausordnung entwickeln, die von der gesamten Schulgemeinschaft getragen wird. Sowohl bei den Arbeitsgemeinschaften als auch im Hinblick auf die Bibliotheksarbeit wünschen wir uns eine enge Zusammenarbeit mit engagierten Eltern.

Themenbezogene Elternabende („Lernen lernen", „Gesundes Essen" etc.) sollen den Eltern unsere Arbeit transparent machen und ihnen Möglichkeiten aufzeigen, schulische Erfahrungen auch zu Hause anzuwenden sowie ihre Einflussmöglichkeiten geltend zu machen.

 

 

Infos

 

 

Gymnasium Nackenheim
Pommardstraße 17
55299 Nackenheim


Schulleiterin: Helga Lerch
Sekretariat: Heike Klaus
Tel.: 06135 / 70692-0
Fax: 06135 / 70692-30

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